Thomas Mann an Wolfgang Linder

Zeitraum
Freitag, 25. Juni 1948
Datierung
25.6.1948
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Äußert sich zum Argument einer englischen Referentin, die Serenus Zeitblom als den eigentlichen tragischen Helden im ›Doktor Faustus‹ bezeichnet. Betont vor allem, dass er die Geschichte ohne das Medium Zeitblom nicht hätte schreiben können. Man könne es tragisch nennen, dass dieser, der eine reine Seele sei, durch Freundschaft und Liebe in ein dämonisches Schicksal hineingezogen werde, für das er nicht geboren sei und dessen Zumutungen eigentlich über seine seelischen Möglichkeiten gingen. Zu L.s Aussage über sein Verhältnis zur Politik: Rät ihm, sich an den Artikel von Rychner in der ›Hamburger Akademischen Rundschau‹ zu halten, der ihm das Beste scheint, was über den Gegenstand geschrieben worden ist. Wundert sich, dass Wilhelm Schneider ihn für so »kleinlich und nachträgerisch« hält und meint, dass er ihm seine damalige vergleichende Stilbetrachtung noch nachtrüge. Lässt Schneider jedenfalls grüßen. Über die Musik: Ist nur noch aktiver *Hörer* von Musik; wüsste ohne die Anregungen und oft inspirierenden Eindrücke von dieser Seite her kaum zu leben.

Erwähnungen

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