Thomas Mann an Ernst Eugen Starke
- Zeitraum
- Sonntag, 4. Februar 1951
- Datierung
- 4.2.1951
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Über den ›Doktor Faustus‹: sah es nie gerne, wenn man in der Figur Leverkühns nur und schlechthin eine Allegorie für Deutschland und sein Schicksal sah. Das Deutschtum des Buches sei zwar stark aufgetragen. »Aber der ›Doktor Faustus‹ ist nicht nur ein deutscher Roman, sondern will ein Epochenroman sein, und sein Held ist, wie jenes Buch von Lermontow heißt, ›Ein Held unserer Zeit‹, ein Mensch, der das Leid der Epoche trägt, und nicht nur das deutsche Schicksal repräsentiert, sondern die gesamte Kulturkrise, in der wir stehen. Nicht umsonst ist das Buch unter anderem und vielleicht vor allem ein Nietzsche-Roman.«
