Thomas Mann an Günther Stapenhorst, Filmgesellschaft Neue Film (N.F.), München

Zeitraum
Sonntag, 22. August 1954
Datierung
22.8.1954
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Wurde vor vier Wochen von Gottfried Bermann Fischer telefonisch informiert, dass die Filmgesellschaft Neue Film (N.F.) an der Verfilmung der ›Buddenbrooks‹ interessiert sei. Benachrichtigt nun hiermit St. über den Stand seiner Verhandlungen mit der Defa. Der Direktor Hans Rodenberg und Karl Boehm vom Kulturministerium haben ihn anläßlich der Film-Festspiele in Locarno besucht und mit ihm die Bedingungen besprochen, nach denen dieser Film ein gesamtdeutsches Produkt werden soll. Man kam überein, dass ein westdeutscher erstklassiger Regisseur verpflichtet und drei Hauptrollen mit Schauspielern aus dem Westen besetzt würden. Der Film dürfe nicht verfälscht oder »politisiert« werden. Seine Tochter Erika wird nicht nur das Drehbuch überwachen, sondern von Anfang an an Ort und Stelle dabeisein. Eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Westen wurde ebenfalls vereinbart, und seit er von dem Münchner Projekt gehört hatte, trage er der Neuen Film diese Koproduktion an. Begründet seinen Wunsch einer Gemeinschaftsproduktion damit, dass kaum ein zweites Buch der zeitgenössischen deutschen Literatur sich für eine solche Verfilmung eigne. Einer Ost-West-Produktion stehe nichts im Wege, da auf anderen kulturellen Gebieten ähnliche Kontakte bestünden, wie bei der Schiller-Stiftung oder der Goethe-Gesellschaft.

Erwähnungen

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