Thomas Mann an Heinrich Simon

Zeitraum
Freitag, 27. Mai 1927
Datierung
ohne Datum [nach 22.5.1927]
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Wendet sich gegen Siegfried Kracauers Angriff auf seine Verteidigung der Romanreihe ›Romane der Welt‹. Er habe nie gesagt, nur das Gutgemacht-Mittlere sei Bedürfnis der Demokratie. Der Gegensatz zwischen ihm und Kracauer sei nicht, wie S. schreibe, auf Meinungsverschiedenheit, sondern auf Missverständnis zurückzuführen, »und zwar auf ein nicht ganz kunstloses; denn mehr als einmal sieht es nach satirischer Entstellung dessen aus, was ich gesagt habe«. Am meisten befremdet habe ihn Kracauers Hohn auf ein so bescheidenes Wortsymbol wie »gute Laune«. Kracauer schlage vor, er möge sich als »demokratischer Präzeptor« nicht mehr bemühen. »Das konservative Deutschland hat mir für die ›Betrachtungen eines Unpolitischen‹ einst keinen Dank gewußt – aus Dummheit. Die Demokratie erweist sich nicht dankbarer. Die Demokratie (in Deutschland) erklärt durch den Mund Dr. Kracauers, daß mein Liebeswerben sie kompromittiere und daß sie ungeleitet von meines gleichen nach Hause gehen könne. Wenn sie darüber nur nicht zur alten Jungfer wird!«

Erwähnungen

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