Thomas Mann an Paul Eltzbacher
- Zeitraum
- Freitag, 31. Dezember 1920
- Datierung
- 31.12.1920
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Das ›Kindchen‹ werde er »wohl unter der Hand verschwinden lassen, obgleich ein paar schöne Passagen darin sind. Aber der brave Bauschan [in ›Herr und Hund‹] möge bleiben und in die ›Gesammelten Werke‹ eingehen.« – Das Wirtschaftsleben sei »absolut verrückt«, und ein Schreckensende müsse man für unfehlbar sicher halten. Um die kapitalistische Weltordnung sei es nicht schade, »aber dem Proletarier traue ich auch nicht und fürchte mich vor seiner Herrschaft und ›Kultur‹. Sie rechnen, was die Vorbereitung der neuen Zeit betrifft, auch auf mich. Tuen Sie es lieber nicht. Ich bin im Grunde mehr Abenteurer als ›Führer‹.« Seine ethische Verfassung entspreche einem gewissen idealistischen Individualismus, »welcher vertraut, daß niemand an sich selbst arbeitet, ohne irgendwie auch der Welt zu dienen.«
