Thomas Mann an Samuel Fischer

Zeitraum
Sonntag, 15. September 1929
Datierung
15.9.1929
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

[Hat in Berlin Verhandlungen mit F. über eine einmalige Freigabe der ›Buddenbrooks‹ zugunsten einer Sonderausgabe beim Knaur-Verlag geführt; sie scheiterten.] Fasst noch einmal seine Argumente gegen F.s Widerstand zusammen: bei F. sei es eine grundsätzliche Abneigung gegen derartige Unternehmen, die Zeit sei aber weitergegangen und man müsse ihr Rechnung tragen. Der von Droemer angebotene Vertrag bietet F. alle Sicherheiten, die materielle Entschädigung sei hoch genug, der Knaur-Verlag sei zudem für solche Sonderausgaben besser eingerichtet als der S. Fischer Verlag. Auch der ideelle Gesichtspunkt sei nicht außer acht zu lassen, dass nämlich ein lebender deutscher Autor mit einer Volksausgabe in der Reihe der klassischen Werke der Weltliteratur vertreten sei. Auch für den ›Joseph‹-Roman seien ihm von anderer Seite Angebote gemacht worden, wie F. sie noch nie gemacht habe. Er habe für F.s inneren Kampf volles Verständnis und möchte selbst lieber alles beim Alten lassen, aber man dürfe sich nicht gegen die Zeit stemmen und auf ihre Möglichkeiten verzichten.

Erwähnungen

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