Thomas Mann an Henry de Montherlant
- Zeitraum
- Samstag, 4. Januar 1930
- Datierung
- ohne Datum [etwa 4.1.1930]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für die Zueignung von M.s Buch und bedauert, sich erst jetzt äußern zu können. Auf ihn treffe das Wort Wagners zu, das eigentlich deutsche Tempo sei das Andante. Er sei ein so langsamer Arbeiter, dass er hoffen müsse, »sehr alt zu werden, wenn nicht, so fahre ich höchst unvollendet in die Grube«. Außerdem habe ihn eine Aufgabe festgehalten, die ihm sehr am Herzen gelegen habe: der Hinweis in einer Zeitschrift auf André Gides ›Si le grain ne meurt‹. Er liebe diesen Dichter sehr und schätze seine Humanität im Gegensatz zu Romain Rolland, dessen »zweifellos verehrungswürdige Anämie« ihm einigermaßen ferngestanden sei.
