Thomas Mann an Hermann Hesse
- Zeitraum
- Freitag, 25. März 1932
- Datierung
- 25.3.1932
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt H. für seine Anerkennung von ›Goethe und Tolstoi‹. Die Neuausgabe dieses Essays wird sich hoffentlich im Goethe-Jahr bewähren und ist ganz danach angetan, »wenigstens für Deutschland das eigentliche geistige Thema des Goethes-Festes abzugeben«. Der von H. erwähnte Aufsatz Kants sei ihm nur indirekt durch eine Untersuchung Würzbachs darüber bekannt, die ihm aber zu vorbehaltlos erscheine. Ihm komme es nicht zu, sich »unumwunden auf die Seite des Mütterlichen zu schlagen«; dabei gerate man in die »fürchterliche Gesellschaft« des nationalistischen Irrationalismus und Mystizismus. Er ziehe es vor, sich »in den Ruf eines dürr-humanitären Rationalisten zu bringen. In Wahrheit ist meine Produktion ein Spielen zwischen geliebten und ironisierten Gegensätzen«.
