Thomas Mann an Rudolf G. Binding

Zeitraum
Montag, 29. Mai 1933
Datierung
29.5.1933
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

B.s Brief vom 6. April sei irrtümlich in einen Handkoffer gelegt worden, der ihm nachgesandt werden sollte, aber von der Politischen Polizei zurückgehalten worden sei. Der Brief sei von den Ereignissen überholt, er wolle deshalb nur auf zwei Gedanken eingehen: Widerspricht B.s Auffassung, dass er das Internationale als eine Qualität des Geistes ansehe; sein Werk hätte nirgendwo anders als in Deutschland entstehen können; man wendet dem eigenen Land ein »europäisches« Gesicht zu, dem Ausland aber ein deutsches. Ferner habe er durch seinen Austritt die Sektion für Dichtkunst nicht geschwächt; aber die Neu-Ernennungen hätten bevorgestanden und durch deren Neugestaltung sei die Akademie stärker geworden: »Ihr anzugehören muß ein Vergnügen sein, wenn man eben den rechten Sinn für die rechte Stärke hat.« – Empfindet den Brief beim Überlesen zu unfertig, aber das Leben werde eine Stunde bringen, wo sie sich mündlich unterhalten könnten.

Erwähnungen

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