Thomas Mann an Hans Carossa

Zeitraum
Freitag, 16. Juni 1933
Datierung
16.6.1933
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Erhielt C.s Karte wegen des Urlaubs der Münchener Hausdame »mit arger Verspätung«, aber hat sich heute »so herzlich darüber gefreut wie ich es je hätte tun können«. »Sie und Hermann Hesse, mit dem ich während unserer Luganeser Tage viel zusammen war, sind jetzt die meinem Herzen nächsten deutschen Schriftsteller.« – Die falsche Nachricht von C.s Eintritt in die neue Akademie sei ihm ein wirklicher Schock gewesen, dann aber eine große Genugtuung, als er C.s Namen nicht auf der Liste fand. – Teilt ihm das ungefähre Entstehungsdatum von ›Gladius Dei‹, einer Art Vorstudie zu ›Fiorenza‹, also etwa 1903, mit. – Das Element, das bei ihm »immer ein Produkt der Sensibilität, nicht der Bewußtheit und des Verstandes« sei, zeige sich in ›Fiorenza‹ noch stärker ausgeprägt als in der Novelle ›Beim Propheten‹, nach der C. sich erkundigt hatte. – Freut sich auf C.s Buch, von dem er ihm schon in Köln bei Ernst Bertram erzählt habe. – Spricht von seiner Lage, die ernst und kompliziert sei: Er müsse sich auf seinen guten Stern verlassen. Sein schwankender Gesundheitszustand habe sich gebessert, seitdem er nach einem Hoteldasein von vier Monaten seine private Existenz wieder gegründet habe, »in diesem schön, ja herrlich gelegenen, mit alten provençalischen Möbeln wohnlich ausgestatteten Häuschen«.

Erwähnungen

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