Thomas Mann an Rudolf Kayser
- Zeitraum
- Samstag, 30. Dezember 1933
- Datierung
- 30.12.1933
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Äußert sich ausführlich über sein Verhältnis zum jetzigen Deutschland: »Die Verbundenheit mit diesem Land ist eben doch unzerstörbar. Sie kann sich bei mir jetzt eben nur in einem Schweigen ausdrücken, dessen Sinn es ist, daß die Fäden, der Kontakt mit dem deutschen Publikum nicht auf immer zerrissen sein sollen, was sofort der Fall wäre, wenn ich jetzt spräche.« Ist der Meinung, dass die Emigration ihm Unrecht tue, wenn sie seine Haltung so heftig verwerfe. Er könne weitgehend mit ihr fühlen, aber unbedingt richtig scheine ihm ihr Verhalten zu den Dingen nicht. »Die Verfluchung des Heutigen und das Herabprophezeien der Katastrophe nach Emigrantenart hat wenig Sinn, wenigstens für mich und meinesgleichen.« – Verspricht K. seine Unterstützung bei der Suche nach einem Betätigungsfeld in Zürich.
