Thomas Mann an Ernst Bertram
- Zeitraum
- Dienstag, 9. Januar 1934
- Datierung
- 9.1.1934
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt B. für dessen briefliche Bemühung um die alte Freundschaft. Dieses Opfer an Zeit und Kräften dürfe »menschlich nicht ganz verloren sein«, »so fremd und bedrückend mir die Geistesrichtung, um nicht zu sagen: Geistesverfassung sein mag, aus der es gebracht wurde«. Rechtfertigt sich gegen den Vorwurf, er sei vom »Emigrantengeist« beeinflusst. Seine politische Haltung entspreche allein seinen eigenen Ansichten. Daher sehe er auch das neue Deutschland nicht durch ein »verzerrendes Medium«; ihm genüge »sein mit erstaunlichem Freimut bekundetes moralisches und geistiges Niveau«. Hofft, Schweizer zu werden und wie George in der Schweiz begraben zu sein. Will aber über Deutschland keine uferlose briefliche Erörterung beginnen, sondern hofft, sich mit B. mündlich darüber unterhalten zu können. – Familiennachrichten, Reisepläne. – Über den Erfolg von Erikas Kabarett. – Ist erschüttert durch Wassermanns Tod. – Würde gerne einen größeren Essay über Stifter schreiben, aber nur, wenn B. nicht inzwischen sein Stifter-Buch herausgibt.
