Thomas Mann an Albert Bonnier
- Zeitraum
- Mittwoch, 14. Februar 1934
- Datierung
- 14.2.1934 [irrtümlich datiert: 1933]
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Zur Frage der schwedischen Übersetzung der ›Geschichten Jaakobs‹: Es habe ihm etwas Kummer bereitet, dass B. mit seiner Entscheidung lange gezögert habe. Um so mehr freue er sich jetzt über den positiven Entschluss. Allerdings müsse er ihn davor warnen, Streichungen vorzunehmen. Gegen kleine Striche habe er nichts einzuwenden, ernsteste Bedenken habe er aber gegen die geplante Weglassung des Vorspiels, die ›Höllenfahrt‹. Nicht nur künstlerische Bedenken müsse er vorbringen, er weise darauf hin, dass in allen bisherigen Übersetzungen, von denen sechs vorliegen oder in Arbeit sind, dieses Kapitel ungekürzt gebracht werde. Die schwedische Kritik würde in dieser Kürzung dem schwedischen Publikum gegenüber ein gewisses Armutszeugnis sehen. »Meiner Erfahrung nach geht die Neigung der Unternehmer und Verleger oft dahin, die Aufnahmefähigkeit des Publikums zu unterschätzen. Aber ich bin überzeugt [...], daß unsere Zeit die Empfänglichkeit der Menschen für Betrachtungen und Erörterungen, wie sie das Vorspiel enthält, verstärkt.«
