Thomas Mann an René Schickele
- Zeitraum
- Montag, 2. April 1934
- Datierung
- 2.4.1934, fortgesetzt am 4.4.1934
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Bedauert, dass sie soweit entfernt voneinander wohnen, doch die Ausbildung der Jüngsten hält ihn in Zürich fest. Trägt sich mit dem Gedanken, zu versuchen, seine deutsche Habe wieder an sich zu bringen. Gelänge es, würde das Leben in der Schweiz billiger und das Wohnen in den eigenen Möbeln eine seelische Beruhigung sein. Dann würde vielleicht auch sein Pass erneuert, was ihm die Freizügigkeit erleichtere. Trotz dieser Erwägungen beginnt er über »eine buchförmige Auseinandersetzung höchst persönlicher und rücksichtsloser Art mit den deutschen Dingen nachzudenken«, was aber wohl die endgültige Ausbürgerung zur Folge hätte. Empfindet sich in der gegenwärtigen Welt als »überständig aus einer anderen Kulturepoche«, die schon versunken ist. – Wünscht, dass Sch. seinen Zeitschriftenplan verwirklichen kann. – Nach den ersten tausend Seiten des ›Joseph‹-Unternehmens hat sich eine gewisse Ermüdung eingestellt.
