Thomas Mann an Arnold Zweig
- Zeitraum
- Mittwoch, 11. März 1936
- Datierung
- 11.3.1936
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Ist in großer Bedrängnis mit seiner Arbeit, da er den Festvortrag über Freud im Akademischen Verein für medizinische Psychologie in Wien zugesagt hat. Der dritte Band des Joseph-Romans sei noch nicht fertig, aber die Freud-Huldigung gehe jetzt vor. – Zum Abschiedsbrief Tucholskys an Z., dessen Inhalt ihm im Einzelnen noch nicht bekannt sei; die gegen ihn darin erhobenen Vorwürfe seien aber nicht zutreffend [Tucholsky warf Thomas Mann vor, dass er als Nobelpreisträger sich nicht entschieden gegen das Nazi-Regime wende und weiterhin seine Bücher in Deutschland verkaufen lasse]. Bezeichnet Tucholsky als »großes Talent«. Äußert sich abfällig über Korrodi: »Er war mir [nur] ein sehr äußerer Anlaß für mein Bekenntnis.« – Ist beeindruckt von der Rede des französischen Ministerpräsidenten Pierre Laval »über Hitlers Bubenstück« [Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland]. – Das neue Buch von Z. [›Erziehung vor Verdun‹] habe er erhalten, aber noch nicht gelesen. – Hofft auf ein baldiges Zusammentreffen.
