Thomas Mann an Albert H. Cross, Editor ›The Yale Review‹, New Haven, CT
- Zeitraum
- Donnerstag, 1. August 1935
- Datierung
- 1.8.1935
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für C.s Glückwünsche zum Harvard-Ehrendoktor. – Hat mit großem Interesse von dem Jubiläum der ›Yale Review‹ vernommen und freut sich, dass auch von ihm ein Beitrag in der September-Nummer erscheinen soll. Gesteht, dass C.s Umfrage wegen ihrer Unbestimmtheit nicht leicht zu beantworten sei oder vielmehr, dass er zur Beantwortung zu viel Spielraum gehabt habe. Von seinem Schweizer Standort aus interessiert ihn in erster Linie die literarische Produktion der europäisch-amerikanischen Welt. »Aber wie heute das Problem des Menschen liegt, ist das Literarische und Geistige vom Politischen und Sozialen nicht streng zu scheiden. Es ist unmöglich, sich nicht auch für dieses zu interessieren, und so betrachte und verfolge auch ich, wie jeder lebendige Geist, die politischen und sozialen Vorgänge im Gebiete des Abendlandes mit all der Spannung und Sorge, die sie einflößen, all die Befürchtungen, die sie für nahe Zeit bewegen, und die Hoffnung, ohne die man nicht leben möchte, die aber wohl erst in einer Zeit, da man nicht mehr ist, gelten kann.«
