Thomas Mann an Leopold Schwarzschild

Zeitraum
Donnerstag, 16. Januar 1936
Datierung
16.1.1936
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Verteidigt seinen Verleger Gottfried Bermann Fischer gegen Sch.s polemischen Artikel im ›Neuen Tagebuch‹. Bermann Fischers Autoren bedauern selbst, dass er nicht vor drei Jahren Deutschland verlassen und den großen Emigrations-Verlag gegründet hat. Er habe aber in Berlin seine Sache weitergeführt, habe sogar jüdische Autoren wie Martin Gumpert herausgebracht und auch seinen Essayband mit dem berüchtigten Wagner-Aufsatz sowie den »mit Anspielungen gespickten« Don Quijote-Essay. Dass B. F.s Bemühungen, den Verlag in die Schweiz zu überführen, scheiterten, habe ganz andere Gründe, als Sch. vermute. Nicht, dass er es so lange bei den Nazis ausgehalten habe, sei das Argument der Schweizer Verleger, sondern weil er Jude sei und seine Niederlassung ein Aufflammen des Antisemitismus zur Folge haben könne; in diesem Sinne lautete das Gutachten der Verleger, das er selbst gelesen habe. Durch Sch.s Artikel seien nur die frontistischen Elemente in der Schweiz mobilisiert worden. Er ebenso wie Hermann Hesse und Annette Kolb werden ihre Arbeiten weiterhin dem Bermann-Fischer-Verlag anvertrauen und beabsichtigen, der schweizerischen und österreichischen Presse eine Erklärung zu übergeben, in dem sie Sch.s Angriff im ›Neuen Tagebuch‹ bedauern und für ungerechtfertigt halten.

Erwähnungen

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