Thomas Mann an Redaktion ›Dagens Nyheder‹, Stockholm
- Zeitraum
- Montag, 1. Februar 1937
- Datierung
- 1.2.1937
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Beantwortet die Frage der Redaktion nach seiner Meinung über die Sperrung des Nobelpreises für Deutschland. Er sieht darin einen Racheakt für die Verleihung des Friedens-Nobelpreises an Carl von Ossietzky. Dies treibe Deutschland noch weiter in die Isolierung und Weltentfremdung. Führt seinen von dieser Zeitung ebenfalls abgedruckten Brief nach Bonn an, in dem er ähnliche Gedanken geäußert habe. Der Nobelpreis sei eine so weltweite Einrichtung, dass die geistige Gesellschaft auch »bei vorübergehender Gesellschaftsunfähigkeit Deutschlands« fortbestehen werde. Bei der wachsenden Verödung des Landes werde ohnehin kein Nobelpreis nach Deutschland fallen, was Hitler bei dem Verbot vielleicht mit einkalkuliert habe. Hofft auf eine Zeit, in der Deutschland für diesen Ehrenpreis wieder offen sein werde.
