Thomas Mann an Ida Boy-Ed
- Zeitraum
- Dienstag, 27. Februar 1906
- Datierung
- 27.2.1906
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Klagt über eine alle acht bis zehn Wochen wiederkehrende Magen- und Darmverstimmung, die ihn ans Bett fesselt und am Arbeiten hindert. »Mehr und mehr neige ich zu einer Müdigkeit, einem Überdruß, einer Unlust, die verzehrt, weil sie mit rasender Ungeduld verbunden ist; denn ich habe die Leistung *nöthig*, um mich vor mir selbst zu rechtfertigen.« Hat sie in der ›Woche‹ auf einem Kamel in der Wüste reiten sehen; Natalia Kulenkamp, die sie vor kurzem besuchte, habe erzählt, dass sie, B.-E., sich in Ägypten gut erholt habe. Rät ihr, von Lübeck, wo sie Schwierigkeiten habe, nach München überzusiedeln. »Es ist gewiß nicht das Ideal einer Stadt, aber es ist praktisch gelegen, bietet Anregungen, gewährt eine persönliche Freiheit und hat ein Klima, das ohne unübertrefflich zu sein, Ihnen gewiß zuträglicher sein würde, als das Lübecker.« Freut sich, dass ihr sein Artikel [›Bilse und ich‹] gefallen hat. Es handle sich natürlich um ein ganz persönliches Dokument. Seine Frau und er hätten neulich »unter großem Gepräge« ihr Töchterchen getauft, »das Erika heißt und wunderschöne Augen hat«. – Man will demnächst die ›Fiorenza‹ durch Possart rezitieren lassen.
