Thomas Mann an Bruno Frank

Zeitraum
Montag, 9. Oktober 1939
Datierung
9.10.1939
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Hat nach den ersten alarmierenden Nachrichten aus Amsterdam [Inhaftierung der deutschen Emigranten durch die französische Regierung] sich telegraphisch an Jean Giraudoux gewandt, ihm geschrieben, dass die Beunruhigung hier groß sei, und ihn gebeten, das Los der unglücklichen Schriftsteller zu erleichtern. Hat außerdem mit Dorothy Thompson telephoniert, die ihm zusagte, ihre französischen Beziehungen aufzubieten. Hält die französischen Maßnahmen für unsinnig, in besonders klarliegenden Fällen emigrierte Intellektuelle der Spionage zu verdächtigen. Wilhelm Speyers wegen habe er nochmals Giraudoux angeschrieben, auch weitere Namen wie Ernst Weiß und Fritz von Unruh genannt. – Erhielt bis jetzt keine Antwort. – Hat die letzten Tage »schrecklich unter Appeasement-Ängsten« gelitten – aber nun sehe es nicht so aus, »als ob man das Schwein aus dem Kriege herauslassen wollte«. Dessen Friedensrede werde zwar in alle Welt gesandt, aber sie würde die Westmächte nur zu schlagenderen Entgegnungen inspirieren. – Hofft, dass Franks bald nach dem Osten kommen. – Hat das vorletzte Kapitel von ›Lotte in Weimar‹, die Gesellschaft bei Goethe, beendet. Es folge nur noch ein Nachspiel.

Erwähnungen

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