Thomas Mann an Heinrich Zimmer
- Zeitraum
- Samstag, 28. Juni 1941
- Datierung
- 28.6.1941
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Endlich hat er Z.s Adresse, so dass er ihm jetzt ein signiertes Exemplar der ›Vertauschten Köpfe‹ schicken kann. Hofft, Z. und dessen Frau Christiane bei seiner nächsten Reise in den Osten zu sehen, um »bei dieser Gelegenheit soviel Scheinwerferlicht auf Ihre Person zu lenken, wie mir eben zu Gebote steht«. Ist sehr froh, dass seine Geschichte vor Z. bestehen kann und freut sich darüber ebenso wie über die Zustimmung »eines richtigen Hindu«. Das sei mehr als er erwarten dürfe. »Denn während die ägyptische Sympathie sehr lange Wurzeln hat, die bis in die Knabenzeit zurückreichen, war die Kontaktnahme mit dem Indischen sehr geschwind und gelegentlich und vorbereitet eigentlich nur metaphysisch durch Schopenhauer.« Goethe habe diesen nicht zu Ende gelesen und habe sogar »eine puschelhafte Abneigung« gegen die indischen ›Fratzen‹ gehabt. Trotzdem sei er um den ›Paria‹ nicht herumgekommen, »den er auch irgendwo aufgepickt hatte«.
