Thomas Mann an Agnes E. Meyer
- Zeitraum
- Donnerstag, 11. September 1941
- Datierung
- 11.9.1941
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Dankt für den Früchtekorb, den sie ihm als Geschenk für ihren Besuch in Pacific Palisades übersandte. Hat den Korb mit Blumen füllen lassen und ihn der alten Frau Fischer zum 70. Geburtstag geschickt. Denkt gern an ihren Besuch zurück. – Rät ihr, sich nicht um Monsieur Noth alias Paul Krantz zu kümmern, der wegen eines Eifersuchtsmordes an einem Kameraden in einen Berliner Skandalprozeß verwickelt war und heute eine undurchsichtige Rolle in Frankreich gegen eigene Kameraden spielt. – Hörte soeben die Rede des Präsidenten, mit der er wenig einverstanden ist. Roosevelt werde demnächst eine Botschaft an den Kongress gelangen lassen, in der er die De-facto-Anerkennung des Kriegszustandes fordert. »Hätten die Deutschen einen Funken Verstand, so würden sie Hitler und die Seinen zum Teufel jagen und sich erbieten, zusammen mit England und Amerika die Initiative zu einer vernünftigen Weltordnung zu ergreifen. Aber ich fürchte, da herrscht nichts als dumpfe Gottergebenheit.«
