Thomas Mann an Agnes E. Meyer
- Zeitraum
- Donnerstag, 13. Mai 1943
- Datierung
- 13.5.1943
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Erhielt von G. Bermann Fischer die erfreuliche Nachricht, dass die deutschen Ausgaben des ›Zauberberg‹, der ›Lotte in Weimar‹ und der ›Vertauschten Köpfe‹ vergriffen seien und neu gedruckt würden. Fragt sich, wohin seine Bücher und die Franz Werfels, dessen Lourdes-Roman mit sogar 14000 Exemplaren verkauft wurde, gegangen seien. Da die Schweiz als Buchkonsument nur einen geringen Anteil an dem Verkauf habe und Deutschland selbst ausfalle, müssen diese Bücher in die von Deutschen besetzten Gebiete gegangen sein, wo sich viele Militärs und Beamte befinden, »während die misera plebs zu Hause warten kann«. Ist in musikalische und andere Studien für seinen neuen Roman vertieft, mit dessen Gestalten er allmählich vertraut werde. Fragt sie, ob sich die nächste größere Offensive gegen Japan richten wird, und zwar unter dem innenpolitischen Gesichtspunkt, dass der Krieg gegen Japan ungleich populärer sei und die »oft bedenklich verzankte homefront« stärken würde. Die ›Friends of German Freedom‹ hätten eine sehr vernünftige Schrift über die Zukunft Deutschlands herausgebracht, die er ihr ebenso wie den Davies-Rußland-Film empfehle.
