Thomas Mann an Agnes E. Meyer
- Zeitraum
- Sonntag, 5. Dezember 1943
- Datierung
- 5.12.1943
- Empfänger:in
- Ort
Zusammenfassung
Sendet einen Reisegruß von der letzten Station seiner Vortragsreise und »ein Wort des Gedenkens« an die in Washington verbrachten Stunden. War dank ihrer und ihres Mannes Informationen auf das Gespräch mit Unterstaatssekretär Berle gut vorbereitet. »Das Treffen mit der politischen Corona [den Befürwortern einer ›Free-Germany‹-Bewegung in den USA] in New York war natürlich nicht angenehm, aber ich habe es standhaft durchgeführt und bin meiner Freiheit froh – trotz der Äußerung Professors Tillichs, ich hätte ›Deutschland das Todesurteil gesprochen‹, und trotz dem höhnisch verbitterten Gesicht des Bert Brecht, eines Party liners, der, wenn die Russen ihm in Deutschland zur Macht verhelfen, mir alles Böse antun wird.« Ist über das Schweigen »der großen Drei« [nach der Casablanca-Konferenz] verwundert; fragt sich, ob ›Uncle Joe‹ schlechter Laune sei. Erzählt von der Johnson-Feier bei Caroline Newton [s. Br. an C. Newton v. 5.12.1943, Reg. 43/226]. Wohnte in Cincinnati bei dem dortigen Universitätpräsidenten Clarence R. Dekker, wo eine ›Family-reunion‹ stattfand zum Abschied von ihren beiden Ältesten [s. Br. an Adolf A. Berle v. 18.11.1943, Reg. 43/224].
