Thomas Mann an Erich von Kahler

Zeitraum
Dienstag, 20. Juni 1944
Datierung
20.6.1944
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Dankt für K.s rührendes Gedenken seines Geburtstages; war von einer Magen- und Darmgrippe befallen, befürchtet, dass auch seine Frau jetzt daran erkrankt. Kann K.s Melancholie und Resignation verstehen, die er der allzu langen Eingeschlossenheit im »ehrwürdigen« Princeton zuschreibt. Er selbst genieße die Weite der kalifornischen Landschaft und den Verkehr mit vielen Musikern sowie besonders mit Leonhard Frank, der ihn oft besucht. Hofft, dass nach der geglückten Invasion der Alliierten der Krieg bald zu Ende gehen wird, rechnet aber mit dem Widerstand der Deutschen bis zur letzten Patrone, was beweise, »daß sie am Nationalsozialismus hängen wie kein anderes Volk an seiner Regierung«. Schreibt von seinen in Europa befindlichen Kindern und von denen in San Francisco und Chicago, die ihn demnächst besuchen werden. – Der ›Faustus‹ macht starke Fortschritte. Am 23. Juni werden sie den Bürgereid leisten.

Erwähnungen

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