Thomas Mann an Emil Preetorius

Zeitraum
Montag, 14. Januar 1946
Datierung
14.1.1946, in Etappen fortges. bis 24.2.1946
Empfänger:in
Ort

Zusammenfassung

Beantwortet P.’s Rechtfertigungsbrief gegen Thomas Manns Vorwürfe im Offenen Brief an Walter von Molo bezüglich seiner Tätigkeit im Hitler-Bayreuth und der Vortragsreise nach Ungarn. Stellt fest, dass dieser Briefpassus keineswegs als Anklage gemeint gewesen sei, sondern dass er nur ein anonymer Beleg für die schwer überbrückbare Kluft sei, die sich zwischen innen und außen aufgetan habe. Dafür sei auch die Aufnahme des Briefes ein Beweis: von der Emigration begeistert begrüßt, in Deutschland und selbst in Frankreich erbittert und empört abgelehnt. Führt als weiteres Beispiel die Wirkungslosigkeit seiner Rundfunkreden nach Deutschland an: sie seien deshalb wirkungslos geblieben, »weil die große Mehrheit der Deutschen nicht mit dem empfand, der da zu ihnen sprach«. Rechnet mit einigen Vertretern der ›Inneren Emigration‹ ab, die von der Emigration nur profitierten und nie den Nationalsozialismus innerlich abgelehnt hätten, wie Frank Thieß, Wilhelm Süskind und Erich Ebermayer. Eine persönliche Folge seiner Absage an Deutschland sei, dass er dann Europa überhaupt meiden müsse. Denn bei einem Besuch des Kontinents wolle er nicht gegen Deutschland demonstrieren. Will jetzt seinen Faustus-Roman fertig machen und dann den Vortrag vorbereiten, mit dem er sich auf seiner Frühjahrsreise in den Osten der USA sehen lassen könne. Er werde über Nietzsche oder über Franz Werfels posthumen Roman ›Stern der Ungeborenen‹ sprechen. Dieser Brief sei in Etappen geschrieben worden.

Erwähnungen

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