Thomas Mann an Gottfried Kölwel

Period
Wednesday, January 18th, 1950
Date
18.1.1950
Recipient
Place

Summary

Dankt für den schönen Gedichtband und für die Prosawerke, die noch unterwegs sind. War schon lange nicht mehr von lyrischen Naturschilderungen so stark und innig angerührt, wie von den Sommer- und Herbstbildern der ›Irdischen Fülle‹. »Ich muß gestehen, dass alles, was ›antiker Form sich nähert‹, mich etwas distanziert und eine gewisse ästhetische Befangenheit bei mir erzeugt, so sehr ich die Virtuosität der Form bewundere. Aber das will wenig besagen, und der Band enthält soviel Frisches, Natürliches, liebevoll und klaräugig Geschautes und Ausgesprochenes, dass ich entschieden zu seinen Liebhabern gehöre.« Zweifelt die Wendung »Ist alle Tote nur Schein?« an, ob das sprachlich gerechtfertigt sei; lasse gern über sprachliche Kühnheiten mit sich reden.

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