Thomas Mann an Günter Ludwig

Period
Sunday, March 5th, 1950
Date
5.3.1950
Recipient
Place

Summary

Dankt für L.’s Brief und die Reclam-Ausgabe von Goethes Gedichten. Über seine Bücher: sie seien »das Produkt eines sehr persönlichen Arrangements mit der Kunst«, das wohl niemals vorbildlich sein könne. Die ›Betrachtungen eines Unpolitischen‹ seien nun gerade das allerproblematischste dieser Produkte. »Sie sind, historisch, ein Rückzugsgefecht romantischer Bürgerlichkeit, psychologisch aber mehr eine kämpferisch verkleidete Erkundung der konservativ-nationalen Sphäre, als ein bleibendes Bekenntnis dazu. Ich verließ den Standpunkt, sobald er ausgesprochen war.« Meint abschließend, dass das Buch, was Deutschland betreffe, doch viel Richtiges enthalte, und dass sogar gewisse Verbindungen von ihm zum ›Doktor Faustus‹ liefen. Man bleibe eben im Grunde doch »semper idem«.

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