Thomas Mann an Wolfgang M. Michael

Period
Saturday, November 25th, 1950
Date
25.11.1950
Recipient
Place

Summary

Beantwortet M.’s Frage nach dem Einfluß E.T.A. Hoffmanns und der Romantiker auf ihn. Hoffmann sei kein Bildungserlebnis, er kenne ihn zwar seit früher Kindheit, z.B. den ›Kater Murr‹ und die ›Elixiere des Teufels‹. Mochte aber seinen Stil nicht. Ebensowenig habe er zu Jean Paul und Wilhelm Raabe ein inneres Verhältnis. An deutscher Prosa schätze er nur Goethe, Stifter, Keller, Schopenhauer, Nietzsche, Fontane. Von den Romantikern habe ihm Brentanos ›Gockel, Hinkel und Gackeleia‹ und Ludwig Tiecks ›Blonder Eckbert‹ besser als Hoffmann gefallen, obwohl er dessen ›Don Juan‹ mehrfach gelesen habe: von daher komme ›Tristan‹. Soren Kierkegaard habe er erst während der Arbeit am ›Doktor Faustus‹ kennengelernt. Nimmt an, dass dieser Hoffmanns 'Don Juam gekannt habe.

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