Thomas Mann an Hermann J. Weigand

Period
Monday, November 5th, 1951
Date
5.11.1951
Recipient
Place

Summary

Dankt für W.’s Brief über den ›Erwählten‹. Weist ihn daraufhin, dass der Keim des Gnaden-Motivs schon im ›Doktor Faustus‹ vorhanden ist. Ließ der altehrwürdigen, aber von Natur in ihrem Sünden- und Gnadenüberschwang etwas grotesken Legende eine späte, letzte »Auffrischung« zuteil werden, wie er auch schon in den ›Buddenbrooks‹ und dem Joseph-Roman »ein Später und Letzter« gewesen sei. Bittet W., der ihn so generös gegen den Vorwurf des Sakrilegs verteidigt hatte, ihm auch seine »theologische Humoristik«, die schon im Joseph-Roman ihr Wesen treibe, zu verzeihen. »Ich bin überzeugt, dass Er Spaß versteht; Er hätte sonst eine so zweideutige Kreatur wie den Dichter und Künstler überhaupt nicht ins Leben gerufen.«

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