Thomas Mann an Heinrich Mann

Period
Thursday, January 3rd, 1918
Recipient
Place

Summary

Bittere Betrachtung des Konflikts mit seinem Bruder. Spricht von der »Gedankenqual zweier Jahre«, die dem Bruder nach »dem erlösenden Ausbruch des Zola-Artikels« und bei der gegenwärtigen politischen Situation erspart blieb. Verwahrt sich dagegen, dass sein Verhalten im Kriege »extrem« gewesen sei. Die Haltung seines Bruders sei es gewesen »bis zur vollständigen Abscheulichkeit«. Was hinter ihm liegt, bezeichnet er als Galeerenarbeit, der er das Bewusstsein verdankt, der brüderlichen »zelotischen Suade heute weniger hülflos gegenüber zu stehen, als zu der Zeit, da Du mich bis aufs Blut damit peinigen konntest«. Er schließt verbittert: »Trennung [ist] für alle Zeitlichkeit ja nichts Neues mehr in unserer Gemeinschaft. Ich habe dies Leben nicht gemacht. Ich verabscheue es. Man muß zu Ende leben so gut es geht.«

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