Thomas Mann an Otto Schmidt

Period
Wednesday, April 30th, 1952
Recipient
Place

Summary

Sch. scheine zwar nicht jedes seiner Bücher, aber immerhin »das, was ich bieten konnte, doch im Ganzen zu bejahen«, wobei es ihn interessiere, dass Sch. auf dem Wege über Fontane zu ihm gekommen sei; sein Fontane-Essay gehöre zu seinen besseren. Wenn Sch. denjenigen seiner Werke, die im »religiösen« Bereich angesiedelt seien, die Anteilnahme verweigere, so wundere es ihn, »daß immerhin der ›Doktor Faustus‹ Sie interessiert hat«. Es sei richtig, dass Kunst und Dichtung dem Empfänger das eigene Suchen nach dem Rechten und Wahren nicht zu ersetzen vermöge. Zitiert in dem Zusammenhang Goethe: »Jüngling merke dir bei Zeiten, wenn sich Geist und Sinn erhöht, dass die Muse zu geleiten, doch zu leiten nicht versteht.«

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