Thomas Mann an Carl Helbling

Period
Saturday, September 4th, 1920
Date
4.9.1920
Recipient
Place

Summary

H.s Dissertationsplan interessiert ihn sehr. Bedauert die von H. beschlossene Einschränkung des Stoffes, aber »Beschränkung und Vertiefung« ist für die Dissertation wohl notwendig. Weist auf einige »Vorläufer« hin: Bertram habe sehr schön über die ›Betrachtungen‹ referiert. Er sei sein bester Freund und Leser, in dessen Nietzschebuch komme der ›Tod in Venedig‹ »in einem unvergleichlich schönen und stolzen Zusammenhange vor«. Die Arbeiten von Alberts und Leppmann seien »inferior«; an Büchern sei das seines Wissens alles. Was nicht in Buchform erschien, sei »verschollen und verwest«. Seine novellistischen Arbeiten und die ›Betrachtungen‹ liegen in Buchform vor. Seine sonstigen Aufsätze, in Zeitschriften und Zeitungen verstreut, habe er schon lange sammeln wollen; aber »die Ungunst der Zeiten ließ mich den Plan zurückstellen«. Da er nachlässig gesammelt und leichtsinnig verliehen habe, wäre es mühevoll, die Artikel zusammenzubringen. Er hoffe, nach Vollendung des ›Zauberbergs‹ dazu zu kommen. Verweist auf den Friedrich-Essay, auf ›Der alte Fontane‹, auf ›Bilse und ich‹ und auf den ›Versuch über das Theater‹.

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