Thomas Mann an Ida Herz

Period
Wednesday, October 4th, 1933
Recipient
Place

Summary

Über die traurigen Zeitverhältnisse: Man müsse sich »Barbarei sans phrase und ohne Wortemachen am Ende« gefallen lassen. »Aber die Roheit auf Grund von verhunzter Literatur und viertelgebildeter Theorien ist Übelkeit erregend.« – Hat sich über die ihm von H. übersandte Hitler-Karte amüsiert, [wobei die darauf abgedruckten Buchstaben »Hal« durch Hinzufügung der Silben »unken« entsprechend zu ergänzen war]. »Es würde dem Menschen immer noch zuviel Ehre damit geschehen.« – Bei dem von H. erwähnten Brief in einem Autographen-Katalog handelt es sich um seine seinerzeitige Stellungnahme zur Abschaffung des Paragraphen 175. – Teilt H.s Ansicht über ihre treue Stütze Marie Kurz. – Über die Maßnahmen Münchener Stellen seinem Besitz gegenüber. – »Pate« Bertram habe über ein halbes Jahr vergehen lassen, bis er von sich hören ließ. »Sollte er mich besuchen, was ich noch nicht glaube, da die Stätte, wo ich raste, in seinen Augen gewiß verflucht ist und er außerdem mit Recht ein schlechtes Gewissen hat, – so soll er ernst aber freundlich empfangen sein.« – Es gäbe wahrlich bessere, stärkere Menschen. – Traf mit dem Geiger Adolf Busch zusammen. »Ein außergewöhnlich sympathischer, aufrechter Mann und wahrhaft deutsch.« – Erika habe mit der ›Pfeffermühle‹ in Zürich einen »kolossalen Erfolg«. – Der erste Band seines Joseph-Romans erscheine am 1. Oktober.

Mentions

Note: this entry is under review. Do you have corrections or suggestions?