Thomas Mann an S. Fischer

Period
Tuesday, February 6th, 1906
Date
6.2.1906
Recipient
Place

Summary

Dankt für die Büchersendung. – Über seine augenblickliche Lektüre: »Ich lese Hofmannsthal’s ›Ödipus‹ und bin voller Bewunderung. Eine herrliche Arbeit, die mir viel näher geht als ›Elektra‹. Diese Wiener sind Blitzkerle. Schon Schnitzler’s ›Zwischenspiel‹, im Residenztheater sehr gut gespielt, hatte mich entzückt. Ist es sehr frivol, daß ich es dem neuen Hauptmann [›Und Pippa tanzt‹ bei Weitem vorziehe?« Grämt sich aufrichtig darüber, dass er sich diesem Stück nicht nähern kann, weil er Hauptmann sehr liebt. – Erkundigt sich, ob Kerr sich je über ›Fiorenza‹ geäußert habe. Wenn nicht, so lehne er es also ab. Und doch seien Artikel über das Stück erschienen, die davon sprächen, dass eine bemittelte Bühne die Aufführung wagen sollte. – Zu ›Wälsungenblut‹: Ist erbost über das Vorgehen des S. Fischer Verlags, der einem Buchhändler eine Büchersendung geschickt hat, die in einen Druckbogen eines Teils der Erzählung gepackt war. Da er endlich Frieden von all den Unannehmlichkeiten wolle, möge F. dringend alle vorhandenen Abzüge vernichten.

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