Thomas Mann an Otto Grautoff

Period
Sunday, November 8th, 1896
Date
8.11.1896
Recipient
Place

Summary

Dankt für allzu pathetischen Brief und das beigelegte Gedicht, das dieselbe Stimmung habe, »die den Grundton meiner Novelle ›Der kleine Herr Friedemann‹ macht, die Sehnsucht nach neutralem Nirwana, Frieden und der Untergang im Geschlechtlichen«. Schildert den bisherigen Verlauf seiner Reise: Venedig, Ancona, Rom, wo sein Bruder blieb. Ihn zog es nach Neapel, »von dem ich mir eine Mischsensation aus Rom und Orient versprach«. Ist nicht enttäuscht worden, beobachtet fasziniert das neapolitanische Volksleben. – Denkt an seine Leiden: leidet an der Wissenschaft, an der Geschlechtlichkeit, »die alles Schöne als ihre Folge und Wirkung für sich in Anspruch nimmt! Ach, sie ist das *Gift*, das in aller Schönheit lauert!« – Klagt über seine finanziellen Verhältnisse, soll mit 400 Franken noch volle zwei Monate auskommen. Hofft auf Fischers Honorar für die ›Friedemann‹-Novelle und den Ankauf der Novelle ›Der Tod‹ durch den ›Simplicissimus‹.

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